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Indianerpfad

 

 

Komplementäre

Medizin für das Leben und die Seele

Die Überlebenstricks und ihre Mechanismen

 

How to survive!?!

Vorweg: Es gibt drei Ebenen des Seins. Mehr.

 

Leben, Überleben und Formen der minimalen Existenz.

 

Leben ist eine möglichst bewußte Existenz, die im Moment stattfindet.

 

Überleben bezieht sich situativ immer wieder auf die eigene Geschichte. Tragend wirken Überlebens- mechanismen. Und um diese geht es hier.

 

Die letzte Ebene finden wir nicht nur im komatösen Zustand, sondern auch bei Menschen, die sich stark mit Drogen/Psychopharmaka sedieren. Alkohol und Valium beispielsweise. Mensch und (Er-)Leben sind maximal distanziert, der Mensch extrem reduziert. Hier sinden wir auch suizidale Aspekte.

Überlebensmechanismen laufen oft unbewusst. Sie sind oft nicht so leicht als solche erkennbar.

Sie basieren auf einem Automatismus, der im Unbewussten angesiedelt ist.

Besonders schwierig wird eine Veränderung, wenn ein Überlebensmechanismus zu einem Teil der Identität geworden ist.

 

Sehr häufig finden wir eine entwicklungs- oder ereignistraumatische Ursache.

Eine Triggersituation aktiviert den entwickelten Überlebensmechanismus.

Und es gibt Menschen, die auch ohne Triggergeschehen permanent in Überlebensmodi gefangen sind.

 

 

Die Überlebenstricks

 

Das Thema ist sehr umfassend. So kann es hier nur eine zusammenfassende Einordnung geben.

Häufig sind beim Menschen auch mehrere Aspekte der Überlebensmechanismen zu beobachten.

 

Vermeidung

Das gebrannte Kind scheut das Feuer.

Vermeidung ist das (einzige) Werkzeug der Angst. Sie steckt also dahinter.

Zum Traumageschehen analoge Situationen, (Menschen und deren Verhalten, Orte...), rufen den Vermeidungsmechanismus auf den Plan. Im größeren Maßstab „braucht“ es die analoge Situation nicht. Es wird generell vermieden, etwa Gefühlstiefe.

 

Aggression

Das (Über)Leben wird als Kampf eingeordnet.

Wut trägt diesen Überlebensmechanismus. Sie ist eine „laute“ Emotion und überlagert die zu vermeidenden Gefühle wie beispielsweise die Traurigkeit. Die eigene Verletzbarkeit wird ebenso überspielt.

Im seelischen Sinne ist das Thema nicht (alleine) mit den Mittel des Antrainierens einer „Aggressionshemmung“ zu lösen. Es geht um die Ursache und den erlernten Umgang mit den zu vermeidenden Gefühlen. Trauma-Arbeit ist nötig.

Leider entstehen durch diesen Überlebensmodus „Schäden“ bei anderen Menschen. Aber auch autoaggressives Verhalten gehört in diesen Bereich. Auf der körperlichen Ebene können dazu analog Autoimmunerkrankungen entstehen.

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Wie kann man überleben?

Die schamanische Perspektive zu Überlebensmechanismen

 

Überlebensmechanismen machen krank. Es sind zahlreiche Symptome damit verbunden.

Zu erkennen sind immer auch innere Konflikte, zwischen der Sehnsucht zu leben und der Angst beispielsweise. Und innere Konflikte sind der Nährboden für Depressionen. Auch organische Erkrankungen sind anzuführen, etwa Bluthochdruck.

 

Der Weg des Kojoten

 

Die „Medizin“ des Kojoten dient dem Überleben. Darüber berichten zahlreiche native Mythen.

Es wird der vermeintlich einfache Weg gegangen. Dies ist vielleicht im Moment hilfreich, aber sicher nicht nachhaltig. Das Gegenteil des kojotigen Weges ist die Authentizität. Dies ist Wahrhaftigkeit im Inneren wie im Außen. Sie führt zu Selbsterkenntnissen und lässt das Bewußtsein wachsen.

Authentizität ist ein wichtiges Element des Weges in die Souveränität.

 

Seelenanteile und ihre Potentiale

 

Ein „verlorener“ Seelenteil beinhaltet auch immer ein Potential, beispielsweise bezüglich des Mutes.

Ohne diesen Anteil wird es schwierig bis unmöglich sein, in das Leben zu kommen, bzw. einen Überlebensmodus zu verabschieden. Die Rückführung dieser Anteile ist die klassische Aufgabe des Schamanismus. Mehr.

Übertreibung

Dies betrifft das Selbst, Stichwort Egothemen, Egozentrik. Es geht aber auch um Situationen.

Hier drückt sich eine alte Not aus. Ein Geschehen wird als übertrieben schön oder „böse“ eingeordnet. Dies kann der Kompensation dienen, oder es verstärkt einen symptomatischen Ausdruck.

 

Kontrollmechanismen

Im Grunde dienen alle Überlebensmechanismen dem Versuch der Kontrolle des Lebens, auch der Gefühle.

Es gibt aber auch spezifische Kontrollmechanismen. Sie basieren auf einer vermuteten Kausalität zwischen einer angstbehafteten Situation und dem Mechanismus. Will sagen: Wenn ich dies und das tue, tritt diese Situation nicht ein. Kontrolle (Versuche) richtet sich gegen andere Menschen, siehe Manipulation, aber auch auf ein eigenes Verhalten. Sie sind den Angststörungen zuzurechnen.

Lebenskontrolle funktioniert niemals!

 

Rationalisierung

Hier wird alles Geschehen im Außen wie im Inneren rationalisiert. Die Ratio soll bitte mit der Logik und der Kausalität übernehmen. Diese Form des Überlebensmodus ist häufig anzutreffen. Sie bewirkt eine Distanz zu den Emotionen. PartnerInnen beklagen das dann auch oft. Die Distanz soll sich primär als „Schutz“ vor den eigenen Gefühlen bewähren.

 

Auch diese Form der Überlebensmechanismen funktioniert nicht wirklich: Sie bewirkt eine Verflachung des Erlebens, der Teilhabe, der Beziehungen, der Selbstwahrnehmung, etc.

Sie stellt auch eine Überforderung des Verstandes dar, der als „Manager“ des Lebens auch Gefühle handeln, (interpretieren und unterdrücken), soll. Symptomatisch sind Epilepsie und Schlaganfälle zu nennen.

Das zu erkennende Paradoxon der Rationalierer ist, dass sie an ihre Ratio glauben. Glauben!

 

Ignoranz bis Verdrängung

Was nicht passt wird weggedrückt. Das braucht viel Energie. Es befördert die eh schon vorhandenen inneren Konflikte.

 

Dieser Überlebensmodus hat seine Berechtigung in/nach traumatischen Erfahrungen, um eine Überforderung des inneren Systems zu vermeiden.

 

Nachhaltig funktioniert Verdrängung nicht. Das Thema ist ja da, auch wenn es nicht gefühlt wird. Trauma-Energien sind nicht nur mental/emotional, sondern auch körperlich. Das Nervensystem ist zu nennen. Daraus entstehen Symptomatiken, etwa Diabetes.

Manipulation

Hier wird das Umfeld möglichst kontrolliert, um ein Gefühl von Unsicherheit zu vermeiden, bzw. ein Gefühl der Sicherheit gewinnen zu wollen. Leichte Formen sind natürlich. Jeder Mensch manipuliert das Umfeld alleine schon durch seine Anwesenheit. In schweren Formen wird ein Mensch gegen seinen Willen manipuliert. Zu den manipulativen Überlebensmechanismen gehören die Boarderline-Störung und auch die narzistische Persönlichkeitsstörung.

 

Anpassung

Die Anpassung hat eine natürliche und gesunde Qualität, die Zugehörigkeit bewirken soll.

So wäre es „ungeschickt“ im Sportdress zu einer Hochzeit zu gehen.

Sie wird ungesund, wenn das eigene Selbst dem Wunsch nach Zugehörigkeit geopfert wird.

Die innere Stimmigkeit wird als weniger Wert erachtet, als das Wohlsein in einer Gruppe.

Anpassung kann bis in die Selbstunterdrückung und -verachtung führen.

Das Stockholm-Syndrom ist ein interessantes Beispiel kollektiver Anpassung.

 

Sozialisierung

Hier wird ein Überlebensmodus durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen gesucht. Gemeinsam sind wir stark. Eine oft simple und populistische Ideologie verbindet, vielleicht auch ein gemeinsames Feindbild. Zu erkennen ist dies bei Mitgliedern in Sekten und Parteien, aber auch in kleineren Clustern, Gruppen und Familien beispielsweise. Dieser Modus ist nicht so einfach erkennbar: Sozialisiert sind ja (fast) alle Menschen. Er gibt durch die Zugehörigkeit das Gefühl der Sicherheit. Und: Wir haben Recht! Das ist viel stärker als: Ich habe Recht! Dies nimmt die Selbstzweifel und dämpft die Unsicherheit.  

 

Selbstbetrug bis Selbstverleugnung

Dies betrifft die Einordnung eines Geschehens. Es ist die Geschichte, die man sich dazu erzählt.

Der Mensch ordnet eine Situation so ein, wie er gelernt hat damit umzugehen. Und damit nimmt er sie nicht im Sinne einer Wahrnehmung an, sondern als Interpretation. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass man immer wieder die „Schuld“ bei sich sucht, statt in einen nötigen Konflikt zu gehen.

Zum Thema gehört auch die Lüge im Außen. Es wird damit immer auch das Ich belogen.

Dissoziationen

„Ich bin dann mal weg.“

Es gibt unterschiedliche Schweregrade. Von leichten Dissoziationen, etwa durch Ablenkungen, bis hin zu schweren Formen, in denen das Tagesgeschehen nicht bewusst wird.

Innere Dissoziationen beziehen sich beispielsweise auf den Kontakt zu einzelnen Gefühlen. Das innere soziale System ist gestört.

 

Betäubungen durch Rauschmittel oder manche Psychopharmaka haben auch mit dem Bereich der Dissoziationen zu tun. Sie helfen den gewünschten dissoziativen Zustand aktiv herbeizuführen.

 

Das Thema der Präsenz ist ebenso relevant. Ein Mangel daran liegt bei den meisten Menschen vor. Und dies stellt eine Dissoziation im Sinne der Verbindung zum Leben dar.

 

Kompensationen

Hier soll ein Mangel überwunden werden. Die funktioniert nur kurzfristig, wie etwa beim Shopping. Nachhaltig ist es nicht. Der empfundene Mangel ist alt. Eine Triggersituation berührt das Mangelgefühl. Der Mangel kann beispielsweise im Sozialen liegen (Nähe, Berührung, Sexualität..), im Selbstbild (Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Selbstbewußtsein), oder in anderen (abgewerteten) Bereichen.

Symbolbild für Dissoziation
Symbol für Kompensation
Sinnbild für Befreiung
Schuldzuweisung

Schuldzuweisungen

Hier geht es um einen sehr beliebten Überlebensmechanismus, auch gesellschaftlich und politisch.

Statt sich dem Thema anzunehmen - und sich selbst darin - wird im Außen der Schuldige gesucht.

Damit gehe ich nicht in mich, sondern raus. Es ist so nicht mein Problem, sondern das eines Anderen. Und der soll es bitte lösen. Dann geht es mir wieder gut. Schuldzuweisungen sind ein häufiges Mittel in Beziehungskonflikten. Das sind dann die Du-Botschaften.

Innere seelische Aspekte

 

Die Erforschung des Seelischen in Arbeiten in der dynamischen Seelenaufstellung machte uns einen wichtigen seelischen Anteil (Cluster) bewußt, der sich um die (innere) Stabilität bemüht. Es ist der Statiker/in.

 

Der Statiker/in

 

Seine Augabe (im Überlebensmodus!) liegt im Erhalt der Integrität des „Systems“. Seine Arbeit ist NOTwendig, da durch Prägungen und/oder traumatische Erfahrungen Dissoziationen, und somit der Verlust von Potentialen der Persönlichkeit, entstanden sind. Der Statiker „hält quasi den Rest zusammen“. Er steht hinter den Überlebensmechanismen. Und er ist sehr veränderungskritisch.

Seine Arbeit erschwert therapeutische Arbeiten, persönliche Entwicklungen, eigene Fortschritte, usw.

 

In der Begleitung des Menschen wird der Statiker in seine eigentliche Natur geführt: Stabilität herstellen, aber eben im Fortschritt und Wandel - und nicht in der Verhinderung von Leben oder Heilung.

 

Stabilität ist ein wichtiges Element der Veränderung.

 

Und ohne Veränderung gibt es keine Heilung.