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Indianerpfad

 

Komplementäre Medizin für das Leben und die Seele

 

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Das muss jetzt auch noch sein, oder?

Ein Text zum Leiden.

 

Ja, muss sein.

 

Denn Leidensgefühle gehören auch zum Leben.

Und da kann eine Einordnung helfen, einen besseren Umgang damit zu finden.

 

Und: Manche Menschen leiden tatsächlich (irgendwie) gerne.

 

Es ist ihr täglich Brot.

Statue des Lazarus

DER MENSCH UND SEINE GEFÜHLE

 

DAS LEIDEN

Über den Umgang mit dem Leid

 

Es gibt kein Leben ohne Leid. Leider nicht. (Wortbedeutung „leider“!)

 

Und egal, wie man mit dem umgeht, den Schalter umlegen kann man nicht.

Aber man kann es sich leichter machen, oder schwerer.

 

Leid ist zu erfahren durch Zurückweisung, schlechte Behandlung, Trennung, Trauer, Schmerz, Trauma.

 

Leid wird gefühlt, wenn die situationsrelevanten Gefühle nur wenig bis gar nicht fließen dürfen. Dann wird es schwer. Eine Weile lässt sich das aushalten.

Nun muss der Verdrängungsmechanismus helfen. Doch damit ist das Thema ja nicht weg, sondern wandert nach Innen. Und kommt womöglich als Krankheit wieder an das Tageslicht.

Leid sagt also:

 

Die Situation ist schwer.

 

Geh in deine Gefühle und lebe sie aus.

 

Und: Ändere etwas an dir!

 

Das Was darin liegt in der inneren Resonanz auf die Situation verborgen.

Änderst du nichts, steigt der Leidensdruck.

Bis du handelst oder stirbst.

 

Es wird im Leben immer wieder Phasen des Leidens geben. Das gehört dazu. Aber sie dürfen nicht chronisch werden.

 

Und: Man kann sich auch anders entwickeln, als durch Leidensdruck: Selbstreflektion, Wachsenwollen, Selbsterforschung, Neugier...

Leiden als symptomatischer Ausdruck

 

Es gibt die, die „gerne“ leiden. Wirklich.

 

Die Frage ist natürlich: Warum?

Die Antwort liegt im Sinne des sekundären Krankheitsgewinns.

Aus der Schulmedizin bekannt sind zwei Formen des Gewinns, den man durch eine Krankheit erfährt.

 

Erstens: Man kommt mal zur Ruhe, und raus aus einem stressigen Alltagsleben.

Das Immunsystem wird trainiert.

 

Zweitens: Man erhält Zuwendung, Mitgefühl und Mitleid.

 

Und um das geht es dann auch. In manchen Fällen ist nur noch diese Ebene verblieben, um in einen emotionalen Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Und das ist bedauerlich. (Dauer!)

Das Jammern und Klagen

 

Das Dumme ist auch, dass diese selbst-beschädigende Form von Kompensations-versuchen nicht wirklich funktioniert.

 

Denn die das Leiden begleitende Kommunikationsform ist das Jammern und Klagen. Und das hört niemand wirklich gerne, schon gar nicht immer wieder. Eine Distanzierung ist also die häufigste Folge. Und darin liegt oft der Grund (in der Kindheit) des Leidenden.  

 

Es entstehen eine Übertragung und so auch Gegenübertragung.

 

Das Jammern ist die Klage an die Eltern, und du reagierst stellvertretend für sie mit Ablehnung. Hier ist wunderbar die Analogie der seelischen Symptomaik zu erkennen.

 

Der sekundäre Krankheitsgewinn wird bei diesen Menschen zum Mittel: Zuwendung bekommen, Mitleid, sich dauernd entschuldigen können. „Kann ja nicht, bin krank.“

 

„Ich leide, also bin ich!“

Dies ist kein Wesensaspekt der Person, sondern eine Symptomatik

 

Sie richtet sich nach Aussen. Die anderen Menschen sollen Nähe zeigen. Kümmere dich um mich, hab Mitleid: Leide mit! Und das tut nicht gut.

 

Das ist Energiesponsoring an ein Fass ohne Boden.

Und steigt man aus der Symptom-Opera aus und spielt nicht mehr mit, dann wird reagiert: Mit dem Einreden von Schuldgefühlen, dem Beleidigtsein, dem „Hast-mich-nicht-lieb“, und so weiter.

 

Helfen kann da kein Anghöriger, sondern eine Therapie.

 

Das Leiden als religiöser Wert

 

Ein besondere Form dieser Symptomatik liegt ggf. bei sehr religiösen Menschen vor. Hier ist das Leid sehr, sehr positiv validiert. Jesus! Wie gut doch das Leiden ist, die Befreiung von den Sünden. Nun, der so benutzte Jesus wurde so zur Ikone einer Religion. Also: Leiden ist gut! Und sehr fromm. Haleluja!

 

Manche Paare spielen das Leid-Spiel perfekt

 

Der eine ist der Leidende, (Lazarus bis Jesus). Der andere Partner ist die Mutter Theresa.

 

Beide gewinnen an Identität und Sinnhaftigkeit. Die Mutter Theresa feiert sich als einen sich-ausopfernden Gutmenschen. Der Leidende hat seinen Sinn im Leid gefunden.

 

Ich erinnere ein Paar. Er war chronisch erkrankt. Es gab gute Heilungschancen, aber kein Mittel sprach an. Das Leiden zog sich über die Jahre hin.

Durch Weiterempfehlung kam ich „in das Spiel“.

 

Eine Erkenntnis aus der Arbeit war, dass er sich nicht erlaubte, gesund zu werden.

 

„Was würden Sie tun: Sie werden morgens wach und sie wären gesund?“

 

Langes Nachdenken. Dann: „Keine Ahnung.“

 

Mit einer Gesundung hätte er viel verloren. Und er hätte ihren Lebenssinn zerstört.

 

Es blieb bei einem Versuch diese Erkenntnisse zu kommunizieren.

Die Abwehrmechanismen reagierten mit Empörung, Abwertung und Beleidigtsein.

 

So wichtig war die sinnstiftende Krankheit.

Bildnis des Lazarus
Leidgezeichnetes Gesicht
Nicht mer länger mitspielen